Die Niedersachsenjolle ist die „große Schwester“ der Hansajolle, die von 1948 bis 1969  bei Abeking & Rasmussen  224 mal gebaut wurde. Schon in den zwanziger Jahren von Henry Rasmussen entworfen, war der kleine Kielschwerter auf Grund seiner Vielseitigkeit sehr beliebt und wurde Einheitsklasse des DSV. Das 5,85 m  lange Boot war geeignet für Flüsse, Seen und Küstengewässer. Die Kajüte war zwar klein, bot aber genügend Platz für zwei Schlafplätze. Der Preis betrug 1958  ca. 7000,- DM.

Zur Berühmtheit wurde die Hansajolle Nr. 79, „Solveig“,  mit der Rollo Gebhard 1960/61 bis in das Rote Meer segelte.

Der Rumpf der Hansajolle wurde aus GFK nachgebaut, mittlerweile gibt es auch Neubauten nach dem Originalriss aus Holz.

Diesen Erfolg konnte die 6,70 m lange Niedersachsenjolle nie erreichen, da in den 60iger Jahren die preiswerteren Kunststoffboote auf den Markt kamen, mit denen  dieser Schiffstyp preislich nicht konkurrieren konnte. Ausserdem war der Zeitgeist gegen Holz und für GFK... So verliessen zwischen 1958 und 1965 nur 43 Schiffe die Werft in Lemwerder/Bremen. Wieviel davon heute noch existieren, ist nicht bekannt.

 

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